Ann-Marie Stöhr, eine viersprachige Künstlerin mit einem kulturellen Hintergrund in Frankreich, Schweden und Deutschland und drei Muttersprachen, betrachtet die Malerei als ihre fünfte Sprache. Stöhr wurde in allen drei Ländern ausgebildet und hat dort Kunst studiert. Sie erhielt 1997 ihr Diplom an der HBK Saar in Saarbrücken, Deutschland, wo sie bei der feministischen Avantgarde-Performance- und Videokünstlerin Ulrike Rosenbach studierte.
Sie war zweimal Stipendiatin des Deutsch-Französischen Jugendwerks Bad Honnef für ein Austauschsemester an der École Supérieure des Arts Décoratifs in Straßburg und für einen sechsmonatigen Aufenthalt in Grenoble.
Ihr erstes Studium der Malerei absolvierte sie an der Dômen Konstskola in Göteborg, Schweden.
Von 2002 bis 2019 lebte Stöhr in Nordkalifornien, wo sie eine Atelierpraxis unterhielt und ihre Arbeiten ausstellte, wie z.B. am Kala Art Institute in Berkeley, wo sie Artist in Residence war.
2023 erhielt sie ein Stipendium für einen Arbeitsaufenthalt in Schloss Wiepersdorf in Brandenburg.
Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und sind Teil der ständigen Sammlungen des Schwedischen Kunstrats, des Schwedischen Kulturbüros in Göteborg, des Ministeriums für Kultur und Bildung Rheinland-Pfalz und des Ministeriums für Kultur und Bildung des Saarlandes sowie der Sammlung der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Künstlerinnenstatement

In meiner Arbeit untersuche ich den Rand der Lesbarkeit. Als abstrakte Malerin interessiert mich Malerei als Sprache, als Markierung mit intrinsischer Semantik. Die scharfe Abgrenzung zwischen gemalter und unbemalter Oberfläche oder dem Zusammentreffen zweier Maltechniken, wo Gestik Bild wird, ist mein zentrales Anliegen.
In meinen Studienjahren hat sich meine Malerei zum Prozesshaften entwickelt und mich interessiert die Unmittelbarkeit und die Präsenz des kreativen Prozesses. Die Gestik, die Zeit und die Materialität eines Werkes ist in meiner Malerei immer sichtbar. Ich arbeite mit flüssiger Tusche und Acryl auf verschiedenen Oberflächen wie synthetischem Papier, Leinwand, Papier und Holz. Bei Ausstellungen arbeite ich gerne Raum bezogen in denen verschiedene Malerei-Module miteinander in einen Dialog treten und einen neuen Kontext abstrakter Bedeutung formen.